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„Pressefreiheit in Tadschikistan“ Erfahrungsbericht für die Heinz-Kühn-Stiftung NRW

„Pressefreiheit in Tadschikistan“ Erfahrungsbericht für die Heinz-Kühn-Stiftung NRW

Im Oktober 2016 durfte ich als Stipendiat der Heinz-Kühn-Stiftung NRW sechs Wochen die zentralasiatische Republik Tadschikistan bereisen und in aller Ruhe zur Pressefreiheit vor Ort recherchieren. Geplant hatte ich eine längere Trekkingtour durch das Pamirgebirge und Ausflüge in alle Winkel des Landes, doch es kam anders. Gleich mehrmals musste ich mit dem Gefühl von Ohnmacht Bekanntschaft machen. Die Zeit in Tadschikistan war spannend und nervenaufreibend, aber die Erfahrung möchte ich nicht missen. Der Erfahrungbericht ist kostenlos abrufbar, aber ein bisschen Zeit muss man mitbringen:
Erfahrungsbericht als PDF
Und ein paar Eindrücke in Farbe gibt es hier:
Fotoalbum Tadschikistan auf Flickr
Ein paar der interessantesten Geschichten musste ich leider aus dem Bericht streichen, weil hilfsbreite Freunde und geheimnisvolle Fremde sonst vielleicht Problem bekommen könnten.

Reportage zum Fotowettbewerb des DAV Sektion Köln-Rheinland

Reportage zum Fotowettbewerb des DAV Sektion Köln-Rheinland

Wenn die Gewinner eines Fotowettbewerbs gemein­sam eine Reise machen, dann trifft sich eine zusam­mengewürfelte Gruppe. Pia, Felix, Florian, Kim und Fred machten sich im Juni gemeinsam auf zu einer fünftägigen Klettersteigtour durch die Brenta­Grup­pe. Begleitet wurde die Reise von Julia Meyer als Vertreterin der Sektion und dem erfahrenen Berg­ führer Italo Menapace.
TAG 1: Die Sonne brennt als die Kölner Gruppe im Trentino ankommt. Das Wetter ist hochsommerlich, die Temperaturen liegen jenseits der 30 Grad. Bei der Begrüßung auf der Hotelterrasse wird schnell klar: Die Reise ist top organisiert. Im Hotel können Sachen eingeschlossen werden, bei der Bespre­chung der Route gibt es kühle Getränke und einen traumhaften Blick auf den Lago di Molveno. Damit endet der bequeme Teil der Reise aber auch schon. Ein Shuttlebus bringt die Gruppe zum Ausgangs­punkt der Wanderung ins Vallesinella. Das Tal ist berühmt für seine Wasserfälle und lohnt auch als Tagesausflug. Bevor es los geht, überprüft Bergfüh­rer Italo noch die Rucksäcke auf ihr Gewicht. Allein fünf Kilogramm Kameraausrüstung hat Florian da­ bei, Fred noch ein bisschen mehr. Felix kommt mit zwei Kilogramm für Kamera und Objektive aus. Die Rucksäcke sind schwer, aber nicht zu schwer. Ein Umpacken ist ohnehin nicht mehr möglich, denn der Shuttlebus ist schon längst auf dem Rückweg.
Kurz darauf muss die Gruppe eine Entscheidung treffen. In bester Reiseleitermanier fragt Italo die Gruppe, ob sie lieber den kurzen oder den schönen Weg zur Tuckett Hütte gehen wolle. Drei Wasserfälle gäbe es zu sehen. Es ist noch früh und alle sind vol­ ler Tatendrang. Einstimmig fällt die Entscheidung für den schöneren Weg. Auf der Casenei Hütte wird kurz Rast gemacht, bevor die letzten 400 Höhenmeter zum Übernachtungsquartier Tuckett Hütte anstehen.
TAG 2: 7:30 Uhr Abmarsch. Ein einfacher Wander­ weg führt zur Brentei Hütte. Noch vor der Hütte gibt er den Blick auf den Crozzon di Brenta frei, mit 3.135 Metern dritthöchster Gipfel der Brenta. „Croz“ ist ita­ lienisch für steil und genau das ist die fast 900 Meter hohe Nordostwand des Crozzon. Italo rät zu einer or­ dentlichen Stärkung für die zweite Tageshälfte. Kurz vor der Hütte führt der Bergführer die Gruppe zu einer kleinen Quelle. Der Fuß des Crozzons wird ge­ quert. Anschließend warten zwei Stunden Aufstieg. Ein Schneefeld bedeckt den Weg und es dauert nicht lange, bis Italo entscheidet, Steigeisen anzulegen. Der Bergführer gibt am Hang eine Einweisung in Montage und Funktion der Steighilfen. Der Aufstieg mit den Eisen fällt erstaunlich leicht und auch foto­ grafisch wird der Aufstieg zu einem Highlight. Au­ ßerdem fühlen sich die Fotografen nicht so sehr als „Bremser“ wie sonst. Immer wieder bleibt jemand zum Fotografieren zurück, dann der nächste und ir­gendwann ist die Gruppe wieder vereint, ohne dass jemand wirklich warten muss. Am Ende des Schnee­ felds wartet eine Scharte mit grandiosem Blick auf die Adamello­ und Presanella­Gipfel. Ein besserer Platz zur Rast ist kaum vorstellbar. Frisch gestärkt geht es über Schneefelder schnell und gelenkscho­nend abwärts. Nach einer guten dreiviertel Stunde ist die 12­ Apostel­ Hütte erreicht. Die zweite Etappe ist geschafft. Alle sind zufrieden, nur Bergführer Italo hat noch nicht genug. Er schlägt vor, zur Kapelle der Hütte aufzusteigen. Der schmale Pfad dorthin ist leider noch vom Schnee bedeckt. Italo möchte über das Schneefeld queren und dann über eine kurze Kletterei in die Kapelle einsteigen. Das Angebot ist natürlich verlockend, und Fred bietet sich an, die kleine Extratour von der Hütte aus fotografisch zu dokumentieren. Über der Adamellogruppe geht die Sonne unter. In der Ferne zeigt sich die Ortlergruppe und die Wolken bleiben im Tal. Beendet wird der Tag mit einer wohlverdienten Runde Mugo, einem Likör aus Grappa und Kiefernzapfen. Es ist Zeit für Geschichten und Scherze. Und einmal mehr zeigt sich, dass Bergführer sein viel mehr eine Berufung als nur ein Beruf ist.
TAG 3: Bei gutem Wetter geht es mit Steigeisen rund 400 Höhenmeter bergauf, bevor der erste Klet­tersteig wartet. Die Ferrata Castiglioni ist ein Klet­ tersteig der einfacheren Kategorie. Doch an vielen Stellen liegt noch Schnee, so dass die Eisenstufen rutschig sind. Der Kletterausflug vom Vorabend macht sich bezahlt, so dass die Gruppe ihn sicher und zufrieden meistert und ganz nebenbei noch hun­ derte Fotos schießt. Zur Mittagspause gibt es eine Rast an der Agostinihütte. Frisch gestärkt geht es über einen herrlichen Höhenweg weiter Richtung Tosa Hütte. Am Nachmittag wird der „Pozza Tramon­ tana“ erreicht. Der beeindruckende Karstkessel sieht einem Vulkankrater ähnlich und schneidet sich tief in den Fels ein. Genau auf der gegenüberliegenden Seite liegt die Unterkunft für die heutige Nacht. Zum Glück führt der Weg nicht durch den Kessel, sondern an dessen Rand entlang. Von der Tosa Hütte geht es
Sonnenuntergang an der Tuckett Hütte als Abendspaziergang noch hoch zur Bocca di Bren­ ta. Die 2.552 Meter hohe Scharte gewährt den Blick zurück zur Brentei Hütte. So schließt sich der Kreis.
TAG 4: Der letzte Tag am Fels ruft. Italo unterbreitet beim Frühstück den Vorschlag, den Spellini Kletter­ steig hoch zur Bocca dei Armi zu gehen. Eigentlich stand das nicht auf dem Programm, aber er hatte Lust darauf, den Steig mit der Gruppe zu gehen. Und die Gruppe hatte Lust, den Steig mit ihm zu gehen. Nach nur vier Tagen hat sich eine echte Bergfreund­ schaft gebildet und dazu gehört auch, dass Fred den Klettersteig lieber auslassen möchte. Spellini ist ein Klettersteig der Kategorie C mit vier spektakulär angelegten, teils überhängenden Leitern. Mit 2.749 Metern war die Rinne zwar nicht der höchste Punkt der Tour, gefühlt aber der krönende Abschluss.
Nach einer verdienten Nacht im bequemen Hotel­ bett geht es wieder nach Hause. Aus einer Gruppe unbekannter Fremder wurden Freunde, die sich fest vorgenommen hatten, in der selben Besetzung noch einmal loszuziehen. Doch dazu wird es leider nicht kommen. Wenige Wochen nach dieser Wanderung durch die Brenta verstarb Julia auf tragische Weise. Als Vertreterin des Referats Öffentlichkeits­ arbeit hat sie die Reise begleitet und wollte auch diesen Bericht schreiben. Unser aufrichtiges Mitge­ fühl und unsere Anteilnahme gilt Julias Familie und Freunden. Wir sind dankbar, dass wir Julia kennen­ lernen durften.
Text: Philipp Hesse
Fotos: Fred Eversmann, Felix Orth, Florian Schmitz

http://www.dav-koeln.de/pdf/gletscherspalten/gl_2016-3.pdf

Flyer für das Kölner Haus der DAV Sektion Köln-Rheinland

Flyer für das Kölner Haus der DAV Sektion Köln-Rheinland

Die Lage: Die Samnaungruppe bietet im Sommer ein herrliches Bergwandergebiet mit botanischen und geologischen Besonderheiten. Der Hausberg des Kölner Hauses ist der 3.004 m hohe Furgler. Vom Kölner Haus können viele leichte Wanderungen in der bewaldeten Zone unterhalb der Hütte und mittelschwere Bergwanderungen im Almenbereich des Komperdell unternommen werden. Bergtouren auf die umliegenden Gipfel von Planskopf, Rotpleiskopf, Furgler, Riefenkopf und Hinterer Heuberg sind lohnenswerte Ziele mit herrlicher Aussicht auf Kaunergrat, Ötztaler, Samnaungruppe und ins Paznaun. 

Flyer Kölner Haus als PDF: Flyer Kölner Haus

Ausschreibung: Fotowettbewerb der DAV Sektion Rheinland Köln

Ausschreibung: Fotowettbewerb der DAV Sektion Rheinland Köln

Mach mit beim Fotowettbewerb des Kölner Alpenvereins und schicke uns die Bilder deiner schönsten Bergerlebnisse. Zeige uns die Bergwelt aus deiner Perspektive. In zwei Rubriken suchen wir für unsere Vereins- veröffentlichungen die besten Bilder. Zum Thema „Menschen in den Bergen“ könnt ihr Fotos einreichen, auf denen mindestens ein Mensch zu sehen ist. Dabei ist es egal, ob groß im Vordergrund oder ganz klein in einer großen Kulisse. Auf wagemutige Extremsportler freuen wir uns genauso, wie auf Momente der Entspannung. In der Ru- brik „Licht und Schatten“ dürft ihr alles ein- schicken, was für euch zum Thema passt. Spektakuläre Sonnenauf- und untergänge, Sternenhimmel, aber auch das von einer Stirnlampe beleuchtete Zelt – wir suchen Licht und Schatten der Berge in allen Arten und Formen.
Bewertet werden die Einsendungen von einer Jury, in der, neben Vertretern des Köl- ner Alpenvereins, auch Profifotograf Bernd Ritschel und die Region Trentino vertreten sein werden. Gemeinsam küren wir in jeder Kategorie drei Gewinner, die im Rahmen des Kölner AlpinTags vorgestellt werden. Als Hauptpreis für die drei Erstplatzierten jeder Rubriken gibt es eine exklusive Trek-
kingreise ins Trentino zu gewinnen. Darüber hinaus gibt es weitere Sachpreise.

Ausschreibung:
https://issuu.com/koelner_alpenverein/docs/gl_2015-2

Reportage zur Fotoreise:
https://issuu.com/koelner_alpenverein/docs/gl_2016-3

Magisterarbeit: Asymmetrisch Kriege in Algerien und Afghanistan

Magisterarbeit: Asymmetrisch Kriege in Algerien und Afghanistan

Einleitung

Leider muss man davon ausgehen, dass Krieg weiterhin ein Mittel staatlicher Politik sein wird. Allerdings werden sich in zukünftigen Kriegen immer seltener zwei Staaten gegenüber stehen, da sich demokratische Staaten untereinander nicht bekriegen, aber auch alle übrigen Staaten bald derart in ein internationales Netzwerk eingebunden sein werden, dass jeder Krieg für sie mehr Nachteile als Vorteile mit sich bringt.
Anders stellt sich die Situation für substaatliche Akteure, denen die Anerkennung als politischer Akteur verwehrt bleibt, weil so ihren Forderungen die Legitimität entzogen werden soll. Wenn man einen solchen substaatlichen Akteur erst gar nicht als Verhandlungspartner anerkennt, dann braucht man mit ihm auch nicht über Inhalte zu verhandeln. Die Kolonialmächte kümmerten sich nicht um die Interessen der Ureinwohner fremder Kontinente, weil diese unzivilisiert und wild seien. Unabhängigkeitsbewegungen werden von Staaten immer wieder abgewiesen, indem man ihre Identität einfach der nationalen Identität unterordnet. Wenn aber ein politischer Akteur seine Interessen unbedingt durchsetzten will, dann bleibt ihm als letztes Mittel nur der bewaffnete Kampf. Das Interesse der meisten staatlichen Akteure liegt im 21. Jhd. darin, Krieg zu vermeiden, da die Nachteile durch einen Krieg gegenüber den Vorteilen überwiegen.
Substaatliche Akteure können aber in einer Situation sein, in der die Vorteile eines Krieges für sie überwiegen. Sie streben die Kontrolle über ein Gebiet an mit dem Ziel einen Staat unter ihre Kontrolle zu bringen oder einen neuen Staat zu bilden, d.h. sie streben die Gleichrangigkeit mit staatlichen Akteuren an. Grundlage ihrer Forderungen ist das Recht auf Selbstbestimmung und damit verbunden die Ablehnung einer fremden Autorität.
Diese Kriege sind „eine zunehmende Gefahr und verursachen die größten Opfer und Verwüstungen“. Ich nenne sie asymmetrische Kriege. Aber so wie Kriege zwischen Demokratien undenkbar sind und Kriege zwischen Staaten immer unwahrscheinlicher werden, könnte es nicht auch bald möglich werden, dass asymmetrische Kriege der Vergangenheit angehören? Ich möchte mit meiner Arbeit dazu beitragen, indem ich den Ausgang von asymmetrischen Kriegen untersuche. Könnte man z.B. schlüssig darlegen, dass staatliche Akteure in bestimmten Situationen einen asymmetrischen Krieg nicht gewinnen können, wären sie vielleicht eher bereit, sich auf den sub-staatlichen Akteur als Verhandlungspartner einzulassen und den Krieg so zu vermeiden. Vielleicht gibt es aber auch bestimmte Muster, die es einem staatlichen Akteur erlauben einen asymmetrischen Krieg schnell für sich zu entscheiden und somit Kosten zu sparen, aber vor allem Menschenleben zu schonen.
Ich bin sicherlich nicht in der Lage, die Lösung für diese Probleme im Rahmen dieser Magisterarbeit selbst zu erarbeiten. Daher werde ich mich darauf beschränken, bestehende Erklärungsmodelle gegeneinander zu testen und hoffe dadurch neue Erkenntnisse zu gewinnen.

http://www.phhesse.de/wordpress/wp-content/uploads/2017/03/Philipp-Hesse-Asymmetrische-Kriege-in-Algerien-und-Afghanistan.pdf