{"id":1449,"date":"2016-09-01T14:42:55","date_gmt":"2016-09-01T12:42:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.phhesse.de\/wordpress\/?p=1449"},"modified":"2017-08-28T22:02:09","modified_gmt":"2017-08-28T20:02:09","slug":"reportage-zum-fotowettbewerb-des-dav-sektion-koeln-rheinland","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.phhesse.de\/wordpress\/2016\/09\/01\/reportage-zum-fotowettbewerb-des-dav-sektion-koeln-rheinland\/","title":{"rendered":"Reportage zum Fotowettbewerb des DAV Sektion K\u00f6ln-Rheinland"},"content":{"rendered":"<p>Wenn die Gewinner eines Fotowettbewerbs gemein\u00adsam eine Reise machen, dann trifft sich eine zusam\u00admengew\u00fcrfelte Gruppe. Pia, Felix, Florian, Kim und Fred machten sich im Juni gemeinsam auf zu einer f\u00fcnft\u00e4gigen Klettersteigtour durch die Brenta\u00adGrup\u00adpe. Begleitet wurde die Reise von Julia Meyer als Vertreterin der Sektion und dem erfahrenen Berg\u00ad f\u00fchrer Italo Menapace.<br \/>\nTAG 1: Die Sonne brennt als die K\u00f6lner Gruppe im Trentino ankommt. Das Wetter ist hochsommerlich, die Temperaturen liegen jenseits der 30 Grad. Bei der Begr\u00fc\u00dfung auf der Hotelterrasse wird schnell klar: Die Reise ist top organisiert. Im Hotel k\u00f6nnen Sachen eingeschlossen werden, bei der Bespre\u00adchung der Route gibt es k\u00fchle Getr\u00e4nke und einen traumhaften Blick auf den Lago di Molveno. Damit endet der bequeme Teil der Reise aber auch schon. Ein Shuttlebus bringt die Gruppe zum Ausgangs\u00adpunkt der Wanderung ins Vallesinella. Das Tal ist ber\u00fchmt f\u00fcr seine Wasserf\u00e4lle und lohnt auch als Tagesausflug. Bevor es los geht, \u00fcberpr\u00fcft Bergf\u00fch\u00adrer Italo noch die Rucks\u00e4cke auf ihr Gewicht. Allein f\u00fcnf Kilogramm Kameraausr\u00fcstung hat Florian da\u00ad bei, Fred noch ein bisschen mehr. Felix kommt mit zwei Kilogramm f\u00fcr Kamera und Objektive aus. Die Rucks\u00e4cke sind schwer, aber nicht zu schwer. Ein Umpacken ist ohnehin nicht mehr m\u00f6glich, denn der Shuttlebus ist schon l\u00e4ngst auf dem R\u00fcckweg.<br \/>\nKurz darauf muss die Gruppe eine Entscheidung treffen. In bester Reiseleitermanier fragt Italo die Gruppe, ob sie lieber den kurzen oder den sch\u00f6nen Weg zur Tuckett H\u00fctte gehen wolle. Drei Wasserf\u00e4lle g\u00e4be es zu sehen. Es ist noch fr\u00fch und alle sind vol\u00ad ler Tatendrang. Einstimmig f\u00e4llt die Entscheidung f\u00fcr den sch\u00f6neren Weg. Auf der Casenei H\u00fctte wird kurz Rast gemacht, bevor die letzten 400 H\u00f6henmeter zum \u00dcbernachtungsquartier Tuckett H\u00fctte anstehen.<br \/>\nTAG 2: 7:30 Uhr Abmarsch. Ein einfacher Wander\u00ad weg f\u00fchrt zur Brentei H\u00fctte. Noch vor der H\u00fctte gibt er den Blick auf den Crozzon di Brenta frei, mit 3.135 Metern dritth\u00f6chster Gipfel der Brenta. \u201eCroz\u201c ist ita\u00ad lienisch f\u00fcr steil und genau das ist die fast 900 Meter hohe Nordostwand des Crozzon. Italo r\u00e4t zu einer or\u00ad dentlichen St\u00e4rkung f\u00fcr die zweite Tagesh\u00e4lfte. Kurz vor der H\u00fctte f\u00fchrt der Bergf\u00fchrer die Gruppe zu einer kleinen Quelle. Der Fu\u00df des Crozzons wird ge\u00ad quert. Anschlie\u00dfend warten zwei Stunden Aufstieg. Ein Schneefeld bedeckt den Weg und es dauert nicht lange, bis Italo entscheidet, Steigeisen anzulegen. Der Bergf\u00fchrer gibt am Hang eine Einweisung in Montage und Funktion der Steighilfen. Der Aufstieg mit den Eisen f\u00e4llt erstaunlich leicht und auch foto\u00ad grafisch wird der Aufstieg zu einem Highlight. Au\u00ad \u00dferdem f\u00fchlen sich die Fotografen nicht so sehr als \u201eBremser\u201c wie sonst. Immer wieder bleibt jemand zum Fotografieren zur\u00fcck, dann der n\u00e4chste und ir\u00adgendwann ist die Gruppe wieder vereint, ohne dass jemand wirklich warten muss. Am Ende des Schnee\u00ad felds wartet eine Scharte mit grandiosem Blick auf die Adamello\u00ad und Presanella\u00adGipfel. Ein besserer Platz zur Rast ist kaum vorstellbar. Frisch gest\u00e4rkt geht es \u00fcber Schneefelder schnell und gelenkscho\u00adnend abw\u00e4rts. Nach einer guten dreiviertel Stunde ist die 12\u00ad Apostel\u00ad H\u00fctte erreicht. Die zweite Etappe ist geschafft. Alle sind zufrieden, nur Bergf\u00fchrer Italo hat noch nicht genug. Er schl\u00e4gt vor, zur Kapelle der H\u00fctte aufzusteigen. Der schmale Pfad dorthin ist leider noch vom Schnee bedeckt. Italo m\u00f6chte \u00fcber das Schneefeld queren und dann \u00fcber eine kurze Kletterei in die Kapelle einsteigen. Das Angebot ist nat\u00fcrlich verlockend, und Fred bietet sich an, die kleine Extratour von der H\u00fctte aus fotografisch zu dokumentieren. \u00dcber der Adamellogruppe geht die Sonne unter. In der Ferne zeigt sich die Ortlergruppe und die Wolken bleiben im Tal. Beendet wird der Tag mit einer wohlverdienten Runde Mugo, einem Lik\u00f6r aus Grappa und Kiefernzapfen. Es ist Zeit f\u00fcr Geschichten und Scherze. Und einmal mehr zeigt sich, dass Bergf\u00fchrer sein viel mehr eine Berufung als nur ein Beruf ist.<br \/>\nTAG 3: Bei gutem Wetter geht es mit Steigeisen rund 400 H\u00f6henmeter bergauf, bevor der erste Klet\u00adtersteig wartet. Die Ferrata Castiglioni ist ein Klet\u00ad tersteig der einfacheren Kategorie. Doch an vielen Stellen liegt noch Schnee, so dass die Eisenstufen rutschig sind. Der Kletterausflug vom Vorabend macht sich bezahlt, so dass die Gruppe ihn sicher und zufrieden meistert und ganz nebenbei noch hun\u00ad derte Fotos schie\u00dft. Zur Mittagspause gibt es eine Rast an der Agostinih\u00fctte. Frisch gest\u00e4rkt geht es \u00fcber einen herrlichen H\u00f6henweg weiter Richtung Tosa H\u00fctte. Am Nachmittag wird der \u201ePozza Tramon\u00ad tana\u201c erreicht. Der beeindruckende Karstkessel sieht einem Vulkankrater \u00e4hnlich und schneidet sich tief in den Fels ein. Genau auf der gegen\u00fcberliegenden Seite liegt die Unterkunft f\u00fcr die heutige Nacht. Zum Gl\u00fcck f\u00fchrt der Weg nicht durch den Kessel, sondern an dessen Rand entlang. Von der Tosa H\u00fctte geht es<br \/>\nSonnenuntergang an der Tuckett H\u00fctte als Abendspaziergang noch hoch zur Bocca di Bren\u00ad ta. Die 2.552 Meter hohe Scharte gew\u00e4hrt den Blick zur\u00fcck zur Brentei H\u00fctte. So schlie\u00dft sich der Kreis.<br \/>\nTAG 4: Der letzte Tag am Fels ruft. Italo unterbreitet beim Fr\u00fchst\u00fcck den Vorschlag, den Spellini Kletter\u00ad steig hoch zur Bocca dei Armi zu gehen. Eigentlich stand das nicht auf dem Programm, aber er hatte Lust darauf, den Steig mit der Gruppe zu gehen. Und die Gruppe hatte Lust, den Steig mit ihm zu gehen. Nach nur vier Tagen hat sich eine echte Bergfreund\u00ad schaft gebildet und dazu geh\u00f6rt auch, dass Fred den Klettersteig lieber auslassen m\u00f6chte. Spellini ist ein Klettersteig der Kategorie C mit vier spektakul\u00e4r angelegten, teils \u00fcberh\u00e4ngenden Leitern. Mit 2.749 Metern war die Rinne zwar nicht der h\u00f6chste Punkt der Tour, gef\u00fchlt aber der kr\u00f6nende Abschluss.<br \/>\nNach einer verdienten Nacht im bequemen Hotel\u00ad bett geht es wieder nach Hause. Aus einer Gruppe unbekannter Fremder wurden Freunde, die sich fest vorgenommen hatten, in der selben Besetzung noch einmal loszuziehen. Doch dazu wird es leider nicht kommen. Wenige Wochen nach dieser Wanderung durch die Brenta verstarb Julia auf tragische Weise. Als Vertreterin des Referats \u00d6ffentlichkeits\u00ad arbeit hat sie die Reise begleitet und wollte auch diesen Bericht schreiben. Unser aufrichtiges Mitge\u00ad f\u00fchl und unsere Anteilnahme gilt Julias Familie und Freunden. Wir sind dankbar, dass wir Julia kennen\u00ad lernen durften.<br \/>\nText: Philipp Hesse<br \/>\nFotos: Fred Eversmann, Felix Orth, Florian Schmitz<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.dav-koeln.de\/pdf\/gletscherspalten\/gl_2016-3.pdf\" target=\"_blank\">http:\/\/www.dav-koeln.de\/pdf\/gletscherspalten\/gl_2016-3.pdf<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn die Gewinner eines Fotowettbewerbs gemein\u00adsam eine Reise machen, dann trifft sich eine zusam\u00admengew\u00fcrfelte Gruppe. Pia, Felix, Florian, Kim und Fred machten sich im Juni gemeinsam auf zu einer f\u00fcnft\u00e4gigen Klettersteigtour durch die Brenta\u00adGrup\u00adpe. 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